Mittwoch, 30. Juli 2014

Grün, grün, grün... Teil 2: Krokodile

Ich hab ja gestern schon erzählt, dass ich für Nosh Organics ein paar Stoffe der neuen Kollektion probenähen durfte. Mit in meinem Überraschungspaket war auch ein sehr netter Jersey - wie immer in toller Bio-Qualität - mit Krokodilen und Regenschirmen. Ich wusste gleich, dass ich daraus etwas für meinen Sohn nähen würde - das schöne Smaragdgrün gefällt mir wirklich gut an ihm, und die türkisen Akzente lassen seine Augen noch mehr strahlen...

krokohoodie


Beim Durchblättern der neuesten Ottobre-Ausgabe (4/14) hatte ich schnell entschieden, dass ich ein Kapuzenshirt nähen wollte, nämlich das Modell "Wind Chime". Besonders die Ausschnittvariante mit dem Knopf gefällt mir sehr gut. Die Bauchtasche war im Original allerdings etwas schmal bemessen, die habe ich verbreitert (die Eingriffe könnten immer noch größer sein, wenn da tatsächlich Kinderhände hineinpassen sollen); außerdem hab ich am Saum ein Bündchen hinzugefügt und die Ansatznaht der Kapuze innen noch mit einem Bündchenstreifen versäubert. Der Pulli (Größe 92) ist noch etwas groß, aber im Herbst wird er bestimmt super passen.

noshhose

Noch etwas lang ist auch die Hose, die ich dazu aus farblich perfekt passendem smaragdgrünen Sweat genäht habe. Der Schnitt ("Play Safe" - auch aus der aktuellen Ottobre) ist eigentlich für eine gefütterte Hose aus Outdoorstoff gedacht; damit er nicht zu "bamstig" für eine Sweathose ist, hab ich ihn etwas verschmälert. Ich wollte die Hose nämlich unbedingt nähen, weil es mir die Knieflicken sofort sehr angetan hatten; betont hab ich sie mit einer selbstgemachten Paspel aus dem Krokodil-Jersey. Auch in den Taschen tauchen die Krokos noch einmal auf. Oberer Hosenbund und die Beinabschlüsse sind aus Bündchenstoff genäht - da passt die Farbe wieder perfekt dazu, sowas finde ich ja ganz toll!

sweathosenosh

Beim Fotografieren hab ich meinen Superspezialtrick angewandt, damit wir beide Spaß dabei haben: Musik wirkt bei meinem Sohn nämlich immer. Also, hier spielt er Euch ein kleines Ständchen:

hoshhoodieundhose

So, und damit das Töchterchen nicht ganz leer ausgeht, hab ich aus dem Rest des Sweats noch etwas gezaubert:

noshrockundeichhornshirt

Einer spontanen Eingebung folgend habe ich einen bequemen Minirock für meine Tochter genäht: Mit Taschen und mit Bündchen im exakt selben Farbton.
Weil außerdem Bedarf an Kurzarm-T-Shirts vorhanden war, hab ich noch ein Leiberl aus unserem Lieblings-Eichhörnchen-Stoff - der ist auch von Nosh Organics - genäht; da hatte ich auch nur mehr einen Rest, aber der  Eicheljersey passt ja perfekt dazu.

Noch mehr Designbeispiele aus den neuen Nosh-Stoffen könnt Ihr diese Woche auf verschiedenen Blogs finden - hier, hier, und hier hab ich schon tolle Beiträge entdeckt.
Stoffe von Nosh Organics bekommt Ihr, wenn Ihr nicht direkt aus Finnland bestellen wollt, zum Beispiel beim Stoffbüro. Ich jedenfalls denke gerade sehr intensiv über die Kameras nach, die wären doch was für mich ...

Dienstag, 29. Juli 2014

Grün, grün, grün..... Teil 1: Streifen

In den letzten zwei Jahren habe ich viele Bodies genäht, für meinen Sohn oder auch als Baby-Willkommens-Geschenke, finde ich doch, dass Bodies zu den praktischsten Kleidungsstücken für kleine Kinder gehören. 
Schön langsam aber entwächst mein Kleiner dem Body-Alter, und ich wollte mal was Neues ausprobieren.

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Schnitte: 
Hose: "Hugo" - Ottobre 1/2013
              ärmelloses Shirt: "Gecko Games"- Ottobre 3/2014 (Teilungsnähte von  mir ergänzt)

Die Schnitte für das Unterwäsche-Set stammen aus zwei verschiedenen Ottobre-Ausgaben, genäht habe ich jeweils Größe 92 - die Schnitte fallen dabei recht großzügig aus und haben noch Mitwachspotential.
Ich gebe zu, Unterhosen werden hier - noch! - eher über und nicht unbedingt anstelle der Windel getragen, aber das kommt schon noch :-)
Die Unterhose gefällt mir jedenfalls besonders gut, ich glaube, da werde ich in den nächsten Jahren noch einige Exemplare nähen (ist auch ein gutes Projekt zur Verwertung von Jerseyresten). Allerdings sind die Beine - ich habe sie hier schon um etwa 2 cm gekürzt - recht lang bemessen, sodass die Hose eher was für kältere Tage ist - sie (noch etwas mehr) zu kürzen ist aber auch kein Problem.

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Der schöne Streifenstoff in dunkelgrün/limonengrün ist von Nosh Organics. Vor einigen Wochen ist bei mir nämlich ein Paket aus Finnland angekommen, voll mit tollen Bio-Stoffen - ich freue mich sehr, dass ich ein paar Designbeispiele aus Stoffen der neuen Nosh-Kollektion nähen durfte!

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Streifen zählen ja zu den Stoffdesigns, an denen ich mich nie satt sehen kann, gerade weil sie so schön schlicht und "geradlinig" ;-) sind. Diesmal wollte ich aber ein bisschen mit den Streifen spielen und habe sie mal in Quer- und mal in Längsrichtung zugeschnitten. Die Kombinationen, die sich so ergeben haben, mag ich sehr. Außerdem hab ich die einzelnen Schnittteile nach dem Zusammennähen auch noch einmal von außen abgesteppt, mit türkisem Garn; weil ich "richtige" Covernähte mit meiner Maschine nicht zustande bringe, hab ich einfachen Zickzack-Stich verwendet, das hat auch seinen Charme...

In meinem Überraschungs-Paket von Nosh Organics waren aber noch mehr Stoffe - alle in meiner Lieblingsfarbe Grün. Insgesamt habe ich fünf Kleidungsstücke genäht - die anderen zeige ich Euch ganz bald.  Einen kleinen Vorgeschmack lasse ich schon da:

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Vielleicht errät ja jemand, was ich da genäht habe?

Donnerstag, 24. Juli 2014

Rock 'n' Rock

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Mittlerweile sind es schon ein paar Monate her, dass ich mich in den roten Wolkenstoff mit den kleinen Schwalben verliebt hatte. Damals hatte ich den Stoff bestellt, eigentlich mit dem Plan, ein Kleid daraus zu nähen. Dann ist es mich aber überkommen und ich dachte plötzlich, ich müsse eine Wolkentunika haben. Tatsächlich hatte ich schon begonnen, zuzuschneiden und die ersten Nähte zu nähen - nur, um dann zu merken, dass ich mich geirrt hatte,  viel zu groß zugeschnitten hatte und dass einfach gar nichts mehr passte. Sowas passiert natürlich nur bei besonders schönen Stoffen.... 
Nachdem das halbfertige Etwas aber ein paar Wochen unvollendet im Schrank gehangen ist, hatte ich plötzlich die Idee zur Rettung: Ein Rock!
Und wirklich, ich konnte, nachdem ich die Ärmel herausgetrennt hatte, den unteren Teil der Tunika als Rock verwenden - die Mehrweite habe ich in kleine Kellerfalten gelegt, oben ein Bündchen angenäht. 
Allerdings waren da noch die "Löcher" von den Ärmelausschnitten.... !?!

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Schnitt: improvisiert
Stoffe: Bio-Popeline "Vögel rot" und Bio-Popeline "Punkte braun" von Cloud9, aus der Serie "Up, up & away"

Was zuerst scheinbar ein Problem war, ist jetzt das schönste Detail am ganzen Rock! Ich habe nämlich besagte Löcher mit braunem Pünktchenstoff (aus derselben Serie, passt also perfekt dazu) hinterlegt und außerdem in die Rundung beim Rockvorderteil auch noch Taschen eingebaut! Diese Lösung gefällt mir jetzt so gut, dass ich überlege, sie bei einem anderen Rock auch einmal absichtlich einzubauen! 
Und ja, solche improvisierten Nähprojekte mag ich besonders gern - solche Herausforderungen machen einfach Spaß!

Trotzdem: Einfach einer Anleitung folgen zu können, ist auch nicht schlecht. So hab ich das bei diesem Rock gemacht:

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Stoff: dunkelgraues No-Name-Leinen aus dem örtlichen Stoffgeschäft
Schnitt: Modell 5c aus "Nähen im Japanischen Stil"

Der Schnitt stammt aus dem Buch "Nähen im Japanischen Stil", ich wollte ihn ja eigentlich schon während des Japan-Sew-Alongs nähen. Dieses Beispiel hat mich animiert, es jetzt tatsächlich zu probieren.
Den Rock habe ich um ca. 20 cm gekürzt, ansonsten habe ich (eine Premiere sozusagen ;-)...) alles ohne Änderungen genäht. 
Das Modell wird im Buch Wickelrock genannt, und um eine Art Wickelrock handelt es sich auch. Allerdings hatte ich einen Rock erwartet, dessen eine Seitennaht nicht geschlossen ist, eben, damit man ihn um sich selbst wickeln kann. Hier werden aber beide Seiten geschlossen, man näht eigentlich einen Rock, dessen Vorderteil "zu weit" ist - diese zusätzliche Weite wird dann einfach eingeklappt. Dadurch entsteht eine mehr oder weniger dicke Falte am Bund - mich stört das eigentlich nicht, aber der Herzliebste (schön langsam ist er hier wohl bekannt für seine taktvollen Kommentare) dachte, der Rock wäre noch nicht fertig und ich hätte mal abgesteckt, wo ich noch was enger machen müsste....

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Gehalten wird das alles mit Bindebändern; ob ich die wirklich so angebracht habe, wie vorgesehen, weiß ich nicht; ich habe jedenfalls Ewigkeiten auf die Anleitung gestarrt und es irgendwie nicht und nicht kapiert, und auch wenn ich den Rock anziehe, brauche ich jedes Mal ein bisschen, um wieder zu verstehen, wie das alles halten soll... Aber es hält, das ist die Hauptsache, und mir gefällt der Rock wirklich sehr gut! Ich überlege schon, ob man das Modell für den Herbst/Winter auch füttern könnte, und Taschen wären auch noch toll...

Mit den beiden Röcken spaziere ich jetzt noch bei RUMS vorbei, den japanischen Wickelrock trage ich auch noch zum Tanoshii-Treffen.

Lasst es Euch gut gehen!

Mittwoch, 16. Juli 2014

Traktor und Erdbeeren

Unser Kleiner ist momentan unglaublich begeistert von Autos, Baggern, Hubschraubern und Traktoren. Warum, das weiß ich nicht. Ich weiß nur, wenn ich mit ihm dieselben Bilderbücher anschaue, die ich bestimmt hunderte Male zuvor mit dem Töchterchen angesehen habe, entdeckt mein Sohn als erstes und ganz zielstrebig alle Fahrzeuge und Maschinen. Meine Tochter hat diese Dinge einfach gar nie registriert, für sie waren nur die Tiere auf den Bildern wichtig.

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Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich sehr allergisch reagiere auf Geschlechterstereotypen. Auch bei Kinderkleidung (-spielzeug usw...) bin ich überhaupt nicht angetan von der so weit verbreiteten strikten Trennung zwischen "Buben" und "Mädchen". (Einen interessanten Beitrag zu "geschlechtsspezifischen Motivstoffen" könnt ihr hier, bei Carmen lesen.)
Klar bekommt meine Tochter Kleider und Röcke, und vermutlich (es sei denn, es ist sein ausdrücklicher Wunsch) wird ihr kleiner Bruder die später nicht auftragen. Meistens, denke ich, gelingt es mir aber, bei der Farb-und Stoffwahl (Motivwahl) nicht nur die gängigen Klischees zu bedienen. (Um das mal klarzustellen: Ich finde es völlig ok, dass es in manchen Bereichen, eben z.B. bei der Kleidung, Unterschiede zwischen Mädchen und Buben gibt, aber ich finde es einfach nicht gut, wenn die Grenzen da so starr sind. Letztendlich geht es natürlich nur um die Interessen und Vorlieben der einzelnen Kinder, und die sind zum Glück alle unterschiedlich.)
Eigentlich.
Und dann nähe ich sowas ;-):

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Wie auch immer, ich wollte meinem Sohn gerne eine Freude machen - denn das sollte bei all dem ja doch die Hauptsache sein ;-) - und habe also ein schlichtes dunkelblaues T-Shirt genäht (Schnitt von mir, Stoff von hier) und einen Traktor appliziert.
Und es ist mir gelungen, das mit dem Freude machen!

Zu meiner Verteidigung: Ich würde sofort auch für meine Tochter ein Traktorshirt nähen oder eines mit Raketen, Dinosauriern, Monstern, Werkzeug oder was auch sonst angeblich "typisch Bub" ist.
Allerdings hat sie sich einen ganz anderen Stoff ausgesucht, einen mit kleinen Erdbeeren und Erdbeerblüten, und sofort entschieden: "Daraus möchte ich einen Rock!"

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Tragefotos wollen im Moment nie gelingen, aber stellvertretend posiert hier des Töchterchens Lieblingseichhörnchen; das hat nämlich aus einem Stoffrest einen Partnerlook-Rock bekommen.

Ich habe den Rock nach eigenem Schnitt genäht, eigentlich ähnlich wie hier, nur ist das Rockteil weiter und stärker gekräuselt. Ich habe außerdem vorne eine abgerundete Passe genäht und nur hinten ein Gummi eingezogen. So hab ich das auch schon bei Röcken für mich versucht, zum Beispiel beim blauen Punkterock. Eigentlich gefällt mir diese Lösung sehr, beim Kinderrock passt auch alles sehr gut, nur bei meinem Rock ist nach mehrfachem Tragen die Passform nicht mehr so ideal, da muss ich wohl noch ein bisschen tüfteln, wie ich diese Schnittvariante verbessern kann... Ideen sind natürlich willkommen.

A propos Röcke: Sobald ich es schaffe, vernünftige Fotos zu machen, zeige ich Euch gerne noch einen Lieblingsrock von mir. Bis dahin tauche ich noch einmal unter ins Sommerloch :-)

Macht es Euch schön!

Montag, 30. Juni 2014

Sommermodus

malen
blumen
kochen kirschenohren pusteblumen blumenkranz

Noch eine Woche, dann beginnen die Ferien (für mein großes Kind die letzten vor dem Schulbeginn). Wir werden hoffentlich noch mehr zusammen sein, alle vier, noch mehr draußen sein, viel unterwegs und auch ein bisschen - wenn auch nicht in die Ferne - verreisen. Vieles, das liegengeblieben ist, soll endlich mal fertig gemacht werden, ein paar Entscheidungen gefällt, Pläne geschmiedet werden. Vieles möchte ausprobiert werden, und da schwirren auch noch ein paar neue Schnitt-Ideen in meinem Kopf herum. Das versprochene Free-Book hab ich auch nicht vergessen.
Und vor allem, so ich es denn schaffe ;-), soll es eines werden: Ein bisschen langsamer. Deshalb wird es in den nächsten Wochen hier, wenn auch wohl nicht ganz still, doch zumindest leiser werden.

Euch allen wünsche ich einen wunderschönen Sommer!

Donnerstag, 26. Juni 2014

Japan-Sew-Along: Finale und Fazit

Im Rahmen des Japan-Sew-Alongs auf dem Tanoshii-Blog (initiiert von Catrin - vielen Dank!) (und schon davor - hier und hier) hab ich in den letzten Wochen einige Kleidungsstücke nach japanischen Schnitten genäht und konnte somit meine Sommergarderobe wunderbar aufstocken.

Noch nicht gezeigt hab ich meine Blümchenbluse, die darf heute auch bei RUMS vorbeischauen.


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Schnitt: Modell M aus "Kleider und Tops zum Kombinieren" 

Die Bluse ist ganz sommerlich leicht und luftig geworden, und ich mag sie sehr. Genauere Informationen zum Schnitt bzw. zu meinen Änderungen und eine Detailfoto findet ihr hier.

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Ich mag, dass die Bluse eher locker sitzt, aber doch nicht zu sehr. Auf jeden Fall ist sie bequem und sehr angenehm zu tragen - bestimmt auch, wenn es richtig heiß ist (das konnte ich wetterbedingt noch nicht testen).

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Der Blümchenstoff in Kombination mit der von mir schlussendlich recht exzessiv eingesetzten Spitze wirkt, finde ich, irgendwie nostalgisch (der Herzliebste hat irgendwas von wegen "Oma" gemurmelt...), die ganze Bluse recht zart - das mag ich (nicht immer, aber in einer bestimmten Stimmung). Ich hoffe jedenfalls, dass ich die Gefahr, ein Nachthemdchen zu produzieren, erfolgreich gebannt habe.


Die anderen Kleidungsstücke, die ich während des Sew-alongs genäht habe, hab ich in den letzten Wochen schon öfter getragen, und eigentlich haben sie sich alle bewährt.

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Das blaue Leinenkleid ist ein echter Liebling. Ich trage es eigentlich immer mit Gürtel in der Taille; das ist vielleicht nicht die beste Lösung, aber ich fühle mich trotzdem wohl. Ich kann mir gut vorstellen, das Kleid irgendwann mal aus einem leichteren, besser fallenden Stoff zu nähen, damit ich es wie im Original auch ohne Gürtel anziehen mag.









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Die Passform der Wickeltunika ist nicht ganz optimal, ich habe sie aber trotzdem schon ein paar mal ausgeführt. Den Stoff und die Farbe mag ich sehr. Ich kann mir gut vorstellen, die Tunika, wenn es kühler ist, unter einer Strickjacke zu tragen, oder sie nach dem Sommer mit anderen eher herbstlich-winterlichen Kleidungsstücken zu kombinieren, zwischen denen die grün-weißen Blümchen dann hervorblitzen.









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Die dunkelblaue Bluse - da reiche ich heute ein Tragefoto nach - war eher als Probeteil gedacht, um diese Art Schnitt einmal an mir auszuprobieren.
Die Bluse hat es aber in den Kleiderschrank geschafft, sie ist schön leicht und luftig. Mein Mann nennt sie "Allerweltsteil", tatsächlich ist sie nicht besonders "spektakulär", aber ich sage dazu "gut zu kombinierendes Basic-Stück" :-)


Für mich steht fest, dass ich mich weiterhin mit japanischen Schnitten (verschiedener Designerinnen) beschäftigen werde. Es stehen noch viele Schnitte auf meiner Wunschliste, da war der Sew-Along wirklich inspirierend, aber das scheint den anderen Teilnehmerinnen ähnlich zu gehen. Bestimmt bin ich auch nicht die einzige, die die Schlichtheit der Modelle lobt, oder der die schönen Details gut gefallen. 
Unter den japanischen Schnitten gibt es sicherlich einige "extravagante", die ich, ich muss es zugeben, für mich nicht unbedingt als Erstes auswählen würde. Ich finde aber, es lassen sich viele alltagstaugliche Modelle finden, die trotzdem ein bisschen "besonders" sind und sich wunderbar individuell anpassen lassen. Vielleicht klingt es lächerlich, aber ich fühle mich zum Beispiel in einem sauber verarbeitetem Webstoff-Oberteil mit kleinen, aber feinen Details einerseits irgendwie "erwachsener", andererseits auch ein bisschen "besser angezogen" als in einem T-Shirt, das eben jede/r trägt. (Ich habe aber absolut nichts gegen T-Shirts, trage sie gerne und werde sicher noch oft welche nähen!)
Was mir an den japanischen Schnittmusterbüchern (ok, ich kenne jetzt vier, das ist vielleicht nicht besonders repräsentativ...) auch sehr gut gefällt, ist die Art, wie die Nähanleitungen gestaltet sind. Da gibt es wenig Text, aber sehr aussagekräftige Illustrationen. Außerdem konnte ich, was Verarbeitungstechniken angeht, schon Einiges dazulernen, ich finde es toll, dass meist auch auf der Innenseite alles "schön" und sauber anzusehen ist.

Bei vielen japanischen Schnitten bleibt aber für mich das "Problem" der Weite. Daran bin ich einfach nicht gewohnt; wobei es mich eigentlich gar nicht so stört, wenn ein Kleidungsstück weit geschnitten ist, ich will nur nicht das Gefühl haben, dass es zu groß ist, das ist schließlich ein Unterschied. 
Auch bei vielen anderen Teilnehmerinnen des Sew-Alongs sind die Stichworte "Sack", "schwanger", "Zelt" usw. immer wieder aufgetaucht; viele schreiben auch, dass sie eine oder zwei Nummern kleiner als gewohnt zugeschnitten haben. Bei den Modellen, die ich für mich genäht habe, habe ich überall (schon von der kleinsten Größe ausgehend) etwas von der Weite weggenommen. Das ist, finde ich, natürlich erlaubt (und ich "muss" sowieso fast jeden Schnitt, egal welcher Herkunft, irgendwie abändern), man kann für den privaten Gebrauch bestehende Schnitte selbstverständlich abändern, auch wenn man so vom Original abweicht. 
Ganz wichtig, die Erfahrung haben wohl alle gemacht, ist auch die Stoffwahl - viele Schnitte funktionieren nur mit sehr gut fallenden, leichten Stoffen.
Immer wieder gefallen sind auch die Stichworte "Abweichen von der europäischen Shilouette" - damit ist wohl genau die für viele (nicht alle!) japanischen Modelle "typische" Weite gemeint, die als Unterschied zur bei "uns" eher gewohnten meist körpernahen/taillierten Kleidung auffällt. Ich finde es spannend, darüber nachzudenken, was diese Art der Schnittführung bewirkt - sieht frau in einem weit geschnittenen "Sack" tatsächlich unförmig, gar "fett" aus? Oder bewirkt die Weite nicht im Gegenteil einen Eindruck von Zerbrechlichkeit und Zartheit? Bietet sie Platz zum Verstecken und Unscheinbarmachen oder ist sie gerade deshalb reizvoll, weil sie nicht alles präsentiert? Und welche Bilder von Weiblichkeit stehen dahinter?
Ihr merkt schon, da gibt es noch Einiges zum Nachdenken, zum Ausprobieren, zum Herumexperimentieren und Mischen mit und von Stilen. Am Ende kommt es schließlich nur darauf an, dass die Frau, die sie trägt, sich in ihren Kleidungsstücken wohl fühlt. In diesem Sinne: Hier gehts zum Finale

Dienstag, 24. Juni 2014

My kids wear: Wale

Schnitte: 
Kleid: LISA
T-Shirt: auch von mir, auf der Grundlage von LISA, gekürzt, an den Seiten begradigt, mit etwas anderen Ärmeln
Hose: von mir
Stoffe: "Inuit-Whale" von Lillestoff; dünner Sweat in hellgrau
          
Vielleicht erinnert sich noch jemand an das Wal-Leiberl, das ich für meinen Sohn genäht habe. Bereits im Winter hatte ich meiner Tochter aus demselben Stoff ein LISA-Kleid genäht. Obwohl die beiden Kleid und T-Shirt immer wieder mal am selben Tag anhatten - das findet v.a. meine Tochter toll -  hab ich es nie geschafft, ein Partner-Look-Foto zu machen. Aber jetzt, mal schnell zwischen den Gewittern!


Die Hose meines Sohns hab ich auch genäht, nach demselben Schnitt wie die Segelboothose. Die (gekaufte) Kappe hat schon die große Schwester getragen; mein Kleiner liebt sie über alles und setzt sie nur in Notfällen ab - letztens musste sie sogar mit ins Bett...

Was andere Kinder so tragen, könnt Ihr bei MyKidWears bewundern, ebenso bei Meitlisache und Made4Boys.