Montag, 6. Februar 2012

Knit-Along: Frühlingsjäckchen!

Nach der Aktion Weihnachtskleid gibt es bei Cat-und-Kascha jetzt eine neue, wie ich finde, sehr schöne Mitmach-Aktion, ein Frühlingsjäckchen-Knit-Along nämlich! Find ich gut, und da ich ohnehin schon länger mit dem Gedanken spiele, mir eine Jacke zu stricken, bin ich hochmotiviert, mitzumachen! Wer sonst noch mitmacht, trifft sich hier!

Zur Einleitung heute schlägt Catherine folgendes Thema vor.

1. Woher bezieht ihr eure Strickinspiration? Welche Modelle sind eure Favoriten? Habt ihr Empfehlungen was Muster, Wolle und Händler angeht? Diese Etappe ist nicht nur als Austausch für erfahrene Strickerinnen gedacht sondern auch als Informationsmöglichkeit für Anfänger.

Ich gebe es gleich mal zu: Ich halte mich nur selten an Anleitungen. Klar, wenn ich eine Technik neu erlerne, brauche ich natürlich Erklärungen und Anleitungen, aber sowohl beim Nähen als auch beim Stricken (auch beim Kochen, Backen....) finde ich selten ein fertiges Schnittmuster oder eine fertige Anleitung, mit der ich 100% zufrieden bin. Öfter mal sehe ich etwas, das mir "ganz gut" gefällt" oder das ich mir "so ähnlich" vorstellen kann. Schlussendlich bastle ich mir meine Schnitte/Strickanleitungen meistens aus mehreren Modellen und eigenen Ideen zusammen, vieles ergibt sich dabei erst während der Arbeit.
Meine eigenen Ideen und Wünsche für selbstgemachte Kleidung ergeben sich oft so, dass ich Kleidungsstücke in Geschäften/getragen von irgendwelchen Leuten auf der Straße/auf Blogs/in Zeitungen, Zeitschriften/in Filmen.... etc. sehe und mir denke, das könnte mir (eventuell mit Abwandlungen) auch gefallen. Ich versuche dann, meine eigene Wunschvorstellung zu skizzieren und überlege, wie ich diese Vorstellung umsetzen könnte.
Beim Stricken hab ich das "Grundwissen" schon als Kind/als Jugendliche gelernt und kann so einigermaßen zwischen verschiedenen Techniken oder Mustern kombinieren. Dabei hab ich (wie meine Mama oder meine Oma) schon immer so gearbeitet, dass ich ein fertiges, passendes Kleidungsstück als Vorlage in Bezug auf Größe und Schnitt nehme und dann während des Strickens meine Arbeit immer wieder anlege, um zu sehen, ob bzw. wann und wo z.B. Abnahmen nötig sind..... Diese "Nach-dem-Gefühl"-Methode hat bis jetzt immer gut funktioniert. :-)


Ein sehr praktischer Begleiter beim Stricken ist für mich dieses Strickmusterbuch, das mal vor über 30 Jahren meiner Mutter gehört hat, dann aber irgendwie schleichend in meinen Besitz übergegangen ist. Einen solchen Ratgeber (da gibt es bestimmt viele, auch aktuellere, im Handel), in dem Grundtechniken, Erklärungen, Tipps und Tricks und eben eine ganze Menge verschiedener Strickmuster enthalten sind, ein Nachschlagewerk eben, kann ich nur empfehlen. Die verschiedenen Muster und Techniken lassen sich dann je nach eigener Vorstellung kombinieren.

Natürlich ist auch das Internet eine Inspirationsquelle. Ich gebe zu, vor ein paar Jahren wusste ich noch nicht mal, dass es Handarbeitsblogs oder DIY- Anleitungen im www zu finden gibt, aber seit ich diese entdeckt habe, stöbere ich gern dort herum und sammle Ideen.
Bestimmt den meisten bekannt ist die (englischsprachige) Plattform Ravelry, auf der wirklich sehr sehr viele Strickprojekte bewundert werden können und Anleitungen (teilweise gratis, teilweise kostenpflichtig) heruntergeladen werden können. Obwohl ich noch nie (aber gut, soooo viel stricke ich ja auch gar nicht) eine Anleitung von dort 1:1 umgesetzt habe, schau ich mir sehr gerne dort die Bilder an und finde immer wieder mal etwas, das mir gefällt. Bei den Strickjacken finde ich z.B. die Tea Leaves Cardigan und die (sehr bekannte) Shalom Cardigan sehr hübsch...
Vor kurzem erst und durch Zufall bin ich auf DROPS gestoßen. Die (deutschsprachige) Seite ist aber, glaub ich, auch kein Geheimtipp, sondern ziemlich bekannt. Viele Modelle hier finde ich persönlich eher nicht so nach meinem Geschmack geraten, aber es gibt wirklich sehr sehr viele Strickmuster für Damen, Herren und Kinder zum gratis Download und wenn man ein Weilchen stöbert, finden sich doch auch sehr schöne Sachen dabei! (Ich muss erst noch mal ordentlich stöbern... Zum Thema Damen-Strickjacken finde ich auf die Schnelle mal diese, diese, oder diese (in anderen Farben) ganz gut.)
Da ich ja eigentlich eher nähe als stricke, verfolge ich auch nicht so viele explizite Strickblogs (Bin Empfehlungen dennoch durchaus nicht abgeneigt!). Sehr bewundere ich aber die Strickkünste und Modelle, die auf needled gezeigt werden!
Durch Catherine bin ich auch auf 100% rain gestoßen, der Stil hier gefällt mir auch sehr!
.... Ich kann mich aber generell noch nicht ganz entscheiden, ob ich eine Jacke möchte, die nur oben 1-3 Knöpfe hat oder doch eine, die ganz durchgeknöpft ist. Ärmellos oder kurzärmelig gefällt mir glaub ich nicht so wirklich, 3/4-Ärmel wären eine Option. Allerdings ist mir einfach oft kalt und ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass ich, wenn ich eine Jacke anziehe, auch ein "ganze" Jacke (also langärmelig) möchte...

So, Jetzt hab ich ja schon einen recht langen Aufsatz geschrieben :-). Für die, die immer noch mitlesen, geb ich noch kurz meinen Senf zum Thema Wolle/Händler ab:
Wo ich wohne, ist es in Bezug auf Auswahl an Wollgeschäften (auch Stoffgeschäften) oder Handarbeitsläden ja sehr traurig bestellt; ich habe ca. 2-3 Alternativen, aus denen ich wählen kann und kann nicht behaupten, dass ich dort aus einem riesigen Angebot aussuchen könnte.... Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Wolle (oder Stoff) im Internet zu bestelln, aber das mach ich eigentlich nicht besonders gern. Einerseits weil ich am Bildschirm nie ganz sicher sein kann ob die Farbe, die ich sehe, auch der in der Realität entspricht und ob sie mir dann überhaupt noch gefällt. Andererseits möchte ich Wolle (oder Stoff) einfach gerne angreifen, bevor ich sie kaufe.
Generell achte ich beim Wollkauf neben der Farbe und dem "Gefühl" natürlich auch auf die Zusammensetzung der Wolle. Steht 100% Polyacryl oder sowas auf dem Etikett, kommt ein Kauf gar nicht in Frage, ich mag mich einfach nicht in reines Plastik hüllen. Reine Schafwolle finde ich toll, andererseits hat sie den Nachteil, dass sie per Hand gewaschen werden muss und in dieser Hinsicht bin ich doch eher faul. Auch reine Baumwolle hat sich für Kleidung als nicht so ideal erwiesen, weil das Gestrickte leicht sackig wird und nach ein paar Mal Tragen ein paar Nummern größer ist.... Am liebsten kaufe ich also Mischqualitäten, z.B. mit einem hohen Schurwollanteil und einem geringeren Anteil an Kunstfasern. Das Gestrickte ist so eher formbeständig und lässt sich auch leichter waschen.
Ganz equisite Wolle, mit Seidenanteil, Cashmir, handgesponnen etc., hab ich ehrlich gesagt noch nie gekauft. Klar, es ist sinnvoll auf gute Qualität zu achten, denn schließlich investiert man in ein selbstgestricktes Kleidungsstück viel Zeit und Arbeit und es wäre schade, wenn das gute Stück dann wegen schlechter Wollqualität nicht lange schön bleibt. Doch gute Wolle ist auch sehr teuer und das kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht leisten. Ich versuche also, Kompromisse zu schließen.

Gut, dann hör ich jetzt mal auf und verspreche, mich nächstes Mal kürzer zu fassen :-)

Kommentare:

  1. Wieso beim nächsten Mal kürzer fassen? Ich finde deinen Beitrag sehr informativ :) Ich mache beim Knit-Along selbst zwar nicht mit (da ich nicht stricken kann), aber ich finde es interessant zu lesen, wie all deine genähten und gestrickten Sachen entstehen und wie deine Herangehensweise und deine Inspirationsquellen aussehen.
    Viele von deinen genähten Sachen stehen auch noch auf meiner To-Do-Liste. Ich find deine Anleitungen nämlich immer super!
    Liebe Grüße, Denise

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  2. Oh wie toll, dass du da auch mitmachst. Und dein Beitrag ist wahnsinnig informativ! Bitte nicht kürzer fassen ;)

    Liebste Grüße

    Jenny

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  3. Ich schließe mich an: bitte nicht kürzer fassen!! Deine Gedanken sind pure Inspiration!

    Mir geht es auch so oft wie Dir. Ich finde nie eine(n) Schnitt/Vorlage/Anleitung, die komplett meinen Vorstellungen entspricht. Irgendetwas muss ich immer ändern ;)

    Ich bin gespannt, für welche Variante Du Dich am Ende entscheidest.

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  4. Uff! Nee, beim Stricken halte ich mich stoisch an die Anleitung. Ich habe irgendwie eine Auftrenn-/Rückstrick-Paranoia. Da wäre das selbst Austüfteln bestimmt der reinste Konfrontationskurs :.)

    Aber ich beneide dich, dass du das kannst.

    Der Tea Leaves Cardigan gefällt mir auch sehr gut. Den kannte ich noch gar nicht, Und Shalom sowieso. So schlicht hübsch!

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  5. Ha, ich glaube soviel habe ich noch nie bei dir gelesen *lach*…schön, dass du auch mitmachst…und ich bin ganz baff, dass du da einfach so was dazu überlegst und "frei schnauze" arbeitest….also, dass kann ich nur beim Backen und Kochen *grins*…ansonsten immer gern nach Muster ;o)…wo ich auch die Antwort auf deine Frage natürlich noch beantworten muss…ich mail mal eben..
    Groetjes,
    Maren

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  6. ich bekomm so langsam wieder stricklust ... vielleicht endlich mal socken :)

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  7. Wieso magst Du eigentlich keine Rundstricknadeln? Ich könnte gar nicht anders stricken :-) Der Tea Leaves ist ganz einfach. Behaupte ich jetzt mal, auf halber Strecke. Ich bin gespannt, was Du angehst... Lieben Gruss

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  8. So eine spontane, nicht auf Vorlagen angewiesene Strickerin wär ich auch gern! Leider kann ich nur geradeaus und im Rippmuster stricken.

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