Catrin vom Stoffbüro, Theresa von Königkind und Sindy von Ms. Fisher goes handmade haben eingeladen, sich Gedanken zum Thema Basics zu machen. Anlass dafür war die Beobachtung, dass selbst genähte Kleidungsstücke oft zu "besonders" sind oder jedenfalls nicht alltagstauglich, zu schlecht zu kombinieren, und schließlich nur selten getragen werden.
Mir geht es da ähnlich. Das mag daran liegen, dass ich mich beim Stoffkauf gerne ganz spontan von schönen Mustern und Farben verführen lasse, mal sicherheitshalber 1 oder 1,5 m kaufe, ohne zu wissen, was daraus mal werden soll und v.a. ohne darüber nachzudenken, wann und wozu ich das Kleidungsstück dann tragen werde. Diverse gemusterte Röcke haben so nie ein passendes Oberteil gefunden, andere Teile verstauben im Schrank, weil ich Muster oder Farbe doch zu auffällig finde... Übrigens ergeht es mir mit gekaufter Kleidung sehr ähnlich. Ist es also tatsächlich nötig, seine Garderobe zu planen? Wahrscheinlich schon - bis zu einem gewissen Grad wenigstens. Ich habe also mal beschlossen, darüber nachzudenken, was mir einerseits am besten gefällt und was ich andererseits meistens wirklich trage. Oft sehe ich - beim MMM z.B. - tolle selbst genähte Kleider und denke mir "Ich will auch!". Wie oft trage ich aber wirklich ein elegantes Kleid?
Gerade jetzt nach der Schwangerschaft passen viele meiner alten Kleidungsstücke (noch?) nicht, und die Gelegenheit, meine Garderobe etwas umzukrempeln wäre günstig (hätte ich nur genug Zeit dazu.) Mein Plan lautet also: Ab jetzt sinnvoll nähen, also (fast) nur mehr Kleidung, die ich im Alltag brauchen kann. Das wären in meinem Fall:
- T-Shirts in allen Varianten
- ein Hoodie oder eine Kapuzenjacke
- (einfärbige) Röcke, vielleicht ein Wickelrock oder auch ein kurzer "Über-Hose-Rock", denn im Winter neige ich sehr zum Frieren
(Hosen lasse ich jetzt beiseite, denn die traue ich mir nähtechnisch nicht unbedingt zu.)
Das Basic-Teil schlechthin ist für mich eindeutig das T-Shirt! T-Shirts passen zu Hosen aller Art und ebenso zu Röcken, sie sind in allen möglichen Farben und Varianten (lange, kurze, gar keine, 3/4-Ärmel, verschiedene Ausschnitte, unterschiedliche Passformen....) denkbar, können sportlich aussehen oder sogar elegant, sind pflegeleicht, bequem und praktisch.
Trotz dieses vielen Lobs bin ich mit dem "Jeans-und-T-Shirt - Look" aber oft genug unzufrieden - einfach, weil er langweilig aussieht und wenig individuell, das tragen eben die meisten. Auch ich greife morgens, wenn es schnell gehen muss - und meistens muss es das - einfach nach einer Hose und einem T-Shirt, wenn es kühler ist, kommt noch ein Pulli oder eine Strickjacke drüber. Das sieht nicht schlecht aus, aber begeistert bin ich davon auch nicht. Ich suche also nach einer Möglichkeit, solche täglich getragenen Basic-Teile aufzuwerten und mein Outfit individueller zu gestalten.
Muster:
T-Shirts sehen weniger langweilig aus, wenn sie nicht schlicht einfärbig sind, sondern gemustert. Klar, allzu Buntes macht es wieder schwerer, das Kleidungsstück zu kombinieren, aber gerade zu Jeans oder einfärbigen Hosen oder Röcken passen Muster durchaus! Meine Favoriten sind hier Streifen oder dezente (kleine) Blümchen, Sternchen oder Pünktchen. Was das Selbernähen betrifft, finde ich es oft schwierig, schönen, gemusterten Jersey zu finden, der auch erwachsenentauglich ist. Ich bin zwar kindisch genug, um auch mal Tiere oder Früchte auf meinen T-Shirts zu tragen, aber allzu bunt und wild gemustert sollte es dann doch nicht sein :-)
Besonders reizvoll finde ich es, wenn nicht das ganze T-Shirt aus gemustertem Stoff genäht wird (das hat dann nämlich oft was von einem Pyjama), sondern nur Akzente gesetzt werden, z.B. mit einem gemusterten Brusteinsatz oder gemusterten Ärmeln. Unglaublich schön finde ich die Oberteile von Bonnie&Buttermilk. Leider liegen die nicht gerade in der Preisklasse, die ich mir leisten kann, aber ich kann mich ja mal inspirieren lassen und versuchen, so etwas Ähnliches selbst zu nähen! :-)
Farbliche Azkente:
Bündchen - oder, dezenter, auch Nähte - in Kontrastfarben lockern ein T-Shirt auf; mir gefällt's auch, wenn z.B. mit bunten (Zier-)Knöpfen oder einem Fizzelchen Webband kleine Akzente gesetzt werden.
Raffungen:
Ich mag es sehr gerne, wenn T-Shirts nicht nur "ganz normal" geschnitten sind, sondern durch kleine Details, wie z.B. Raffungen am Ausschnitt oder Puffärmel aufgelockert sind - das macht sich v.a. bei einfärbigen Stoffen gut, finde ich.
Einen schlichten T-Shirt-Schnitt kann man übrigens ganz leicht verändern.
So mache ich es (ob das jetzt "professionell" ist, weiß ich nicht):
Dem Schnitt an der Vorderen Mitte um einige cm verbreitern. Das zugeschnittene Schnittteil kräuseln, indem man mit großem Stich entlang der Kante absteppt ohne die Fäden zu sichern. An einem Fadenende anziehen, bis sich der Stoff kräuselt und wieder die ursprüngliche Breite hat.
So wird das T-Shirt insgesamt weiter und etwas ausgestellt - soll das nicht so sein, dann einfach nur einen Keil an das Schnittmuster ansetzen.
Bei den Ärmeln geht das ganze natürlich ebenso!
Verschiedene Ausschnittvarianten/Krägen:
Bekanntlich gibt es Rundhalsausschnitte (in verschiedenen Tiefen), V-Ausschnitte, Rollkrägen, Schalkrägen, Hemdkrägen, Pololeisten, Wasserfallkrägen oder Bubikrägen u.v.a. mehr - da sollte man eigentlich recht leicht für Abwechslung sorgen können...
Unterteilungen/Passen:
Einfach den Schnitt an der gewünschten Stelle teilen - schön sieht es aus, wenn der untere Teil etwas verbreitert und dann gekräuselt angenäht wird. Auch das Mitfassen einer kontrastfarbigen Paspel kann ich mir gut vorstellen....
Applikationen:
Ich gebe zu, Applikationen verbinde ich eher mit Kinderkleidung als mit Kleidungsstücken für Erwachsene. Je nach Motiv und eher sparsam eingesetzt, mag ich sie aber auch für mich - im Falle des Wolkenshirts zum Beispiel.
Ich bügle bei Applikationen die Stoffteile mit Vliesofix auf und steppe dann entlang der Außenkanten noch einmal drüber - das Ganze geht auch professioneller, eine tolle Anleitung dazu gibt es hier bzw. hier bei Aennie.
Bedrucken:
Eine andere Möglichkeit, ein eher langweiliges (Kauf-) T-Shirt aufzuhübschen ist das Bedrucken oder Bestempeln mit Textilfarbe. Mit Schablonen lassen sich auch ganz tolle Ergebnisse erzielen: Für mein Pilz-T-Shirt hab ich die Motive aus Bucheinbandfolie ausgeschnitten, die Folie auf das T-Shirt geklebt und nach dem Ausmalen wieder abgezogen. Das funktioniert natürlich auch mit Freezer Paper.
Besticken/Benähen:
Kleine Motive könnte man auch aufsticken. Kleine Perlen (oder Knöpfe) lassen sich ebenfalls aufnähen. Oder, was mir auch sehr gut gefällt, wie wär es, ein an die Ausschnittform angepasstes Spitzendeckchen aufzunähen? Oder eine Spitzenborte oder andere Bänder?
Bestimmt gibt es noch unendlich viele andere Möglichkeiten, T-Shirts zu gestalten... Aber mein Artikel ist wohl schon lang genug :-) ... Wer bis jetzt durchgehalten hat, den schicke ich weiter, um nachzulesen, welche anderen Beiträge es bei der Basics-Aktion gibt!