Mittwoch, 22. Januar 2014

Ein Tag im Januar

Marias Blog kreativberg mag ich wirklich sehr sehr gerne. Wer den Blog noch nicht kennt, denn schicke ich gleich mal rüber - gerade Artikel wie der aktuellste sind besonders lesenswert!
Irgendwann letztes Jahr hat Maria begonnen, einmal im Monat einen ganz normalen Tag zu beschreiben - wer will, kann mitmachen. Diese - und eigentlich alle anderen Beiträge von Maria - lese ich immer sehr gerne; schon öfter wollte ich also auch mitmachen, hab es aber nie wirklich geschafft. Letzte Woche hab ich aber versucht, mir einen (zufällig gewählten Tag) mal genauer zu merken und auch Fotos zu machen. Ist eigentlich ganz spannend, mal drauf zu achten, was und wieviel man so den ganzen Tag lang macht, oder?!

Also, letzte Woche bei mir (oder eigentlich bei uns):

Zu einer objektiv gesehen gar nicht allzu frühmorgendlichen Stunde weckt mein Sohn mich auf. Für mich fühlt es sich aber an, als wäre es noch mitten in der Nacht. Mein Hals fühlt sich komisch an, und beim Versuch zu sprechen bringe ich nur ein klägliches Krächzen hervor. 
Mann und Tochter sind schon außer Haus. Also mache ich nur dem Söhnchen ein Frühstück und koche Kaffee für mich. Wie immer ist der Kleine viel schneller fertig als ich und wird bespielt, während ich noch an meiner Tasse nippe und ein bisschen herumtrödle.


Wir gehen schließlich ins Bad und machen uns "tagfein", was bis auf eine kleinen Zwischenfall - Kind pinkelt auf den Boden, Mutter wischt den Boden auf - ohne besondere Vorkommnisse vonstatten geht.

Jede Menge Hausarbeit steht an: Zum Glück habe ich einen kleinen Helfer, der mir inbrünstig beimGeschirrspüler Ausräumen, Wäsche aufhängen, Aufräumen und Kehren zur Hand geht.


Natürlich fordert er dazwischen immer wieder Pausen zum Spielen, Kuscheln und Buch anschauen ein. Ich wiederum fordere kurze Pausen ein, um mal schnell meine E-Mails zu lesen und den Nähtisch ein bisschen aufzuräumen - ich entdecke eine Tochterhose mit Loch am Knie und flicke sie schnell, während mein Sohn meinen Kalender und seine Hände über und über mit Fineliner ankritzelt.

Ich überlege, was es heute Abend zu essen geben soll und ob ich noch einkaufen muss. Ein Blick in den Kühlschrank und ich entscheide mich für Gemüsetarte. Gut, da sollte ich den Teig rechtzeitig vorbereiten. Sobald er merkt, dass ich Anstalten mache, zu kochen, schiebt sich mein Kleiner einen Stuhl an die Küchenarbeitsfläche und gibt mir zu verstehen, dass er bereit sei. Er kocht leidenschaftlich gerne!


Wir fabrizieren also einen Mürbteig - der fürchterlich klebt und sich rein gar nicht ausrollen lässt. Zu schmecken scheint er aber, der Kleine kostet jedenfalls ausgiebig. Mit vereinten Kräften bringen wir den Teig dann auch irgendwie in die Tarteform (ich) bzw. in die halbe Küche (Sohn), dann wandert er in den Kühlschrank. In Gedanken erweitere ich meine endlos lange To-Sew-Liste um eine Koch- und Backschürze für den Sohn.

Gut, aber jetzt ist es plötzlich schon so spät! Das Töchterchen wartet darauf, vom Kindergarten abgeholt zu werden. Wir ziehen uns also "schnell" an - jedenfalls ist das mein Plan. Der Kleine schleppt stattdessen die Playmobil-Kiste an und entleert sie mit einem ohrenbetäubenden Scheppern...

Draußen ist es grau und trüb, aber wenigstens hat es zu regnen aufgehört. Wir kommen rechtzeitig beim Kindergarten an, Fräulein Tochter ist aber etwas schlecht gelaunt.


Nach dem Mittagessen - wir jausnen Brot und Käse - soll der Kleine Mittagsschlaf halten. Er ist schon sehr müde, schläft aber trotzdem recht schwer ein. Als es endlich soweit ist, meint die Tochter, dass sie mir heute das Vorlesen (normalerweise machen wir das immer mittags, weil dann der kleine Bruder nicht stört) wegen meiner Stimme - ich bin noch immer sehr heiser - erlässt. Sie spielt mit dem vorher ausgestreuten (und normalerweise gar nicht so begehrten) Playmobil, während ich eher erfolglos versuche, mich einem Nähprojekt zu widmen.


Nach zwanzig Minuten oder so wacht der Kleine schon wieder auf - zu früh, finde ich, und kuschle mich noch einmal zu ihm. Er schläft wieder ein, aber nur unruhig und wird wach, sobald ich mich von ihm fortbewege. Also bleibe ich auch ein bisschen liegen - ich muss zu Pausen ja gezwungen werden.
Als er endgültig wach ist, kommt auch die große Schwester zu uns ins Bett, ich hoffe auf noch ein bisschen Kuscheln und Ruhe, aber nach etwa einer Minute sind die Kinder zu quirlig, und wir stehen auf.
Ein bisschen spielen die Kinder miteinander, aber nicht wirklich einträchtig, Geschrei und Streit werden immer lauter, also beschließe ich, dass wir spazieren gehen. Ein Mindestmaß an Auslauf brauchen die Kinder einfach.


Ein besonderer Ausflug ist aber nicht drin, also streunen wir ein bisschen durch die Nachbarschaft und landen dann doch wieder mal am Spielplatz.


Nach einiger Zeit wird mir kalt und ich fühle mich ein bisschen krank, also locke ich die Kinder mit dem Versprechen einer Nachmittagsjause nach Hause. Dort kochen wir dann heißen Tee (mit viel Honig für meinen Hals) und essen Äpfel, Birnen und Rosinen. Und Schokokekse, denn so gesund leben wir auch wieder nicht.
Pippi kommt auch zu Besuch. :-) (Ein paar Tage vorher haben wir die Kiste mit den Faschingskostümen hervorgekramt.)


Jetzt wird es Zeit, das Abendessen zu kochen und ich beginne, Gemüse für die Tarte zu schnippeln. Wie erwartet, habe ich eifrige Helfer und Vorkoster.


An der Wohnungstür ist Gescheppere zu hören - der Herzliebte kommt heim und wird stürmisch begrüßt. Das Töchterchen nimmt ihn sofort in Beschlag und wenig später sitzen Vater und Tochter auf der Couch - beim Vorlesen, denn ich konnte das heute Mittag ja nicht. Der Kleine möchte natürlich auch dabei sein und "stört". Ich versuche mein Bestes, ihn von den beiden fernzuhalten und nehme ihn wieder mit in die Küche.
Ein bisschen später ist die Tarte fertig - und schmeckt sehr gut.

Gleich nach dem Essen werden die Kinder in die Badewanne gesteckt. Heute wird sie beide der Herzliebste ins Bett bringen, denn ich muss noch mal weg: Elternabend ((nformationsabend) an der Schule, in die das Töchterchen ab Herbst gehen wird. Glücklicherweise ist die Schule gleich in der Nähe und der Elternabend auch ganz interessant.
Als ich nach Hause komme, ist schon Ruhe eingekehrt. Ich erzähle dem Herzliebsten von der Schule, dann setz ich mich noch ein bisschen an den Computer und richte ein Packerl her, das morgen zur Post gebracht werden soll. Es ist schon ziemlich spät, als ich schließlich ins Bett gehe und vor dem Einschlafen noch ein bisschen lese.


Und was bringen Eure Tag zur Zeit so?

Kommentare:

  1. so nett, dein jännertagprotokoll. einiges klingt so vertraut — die rhythmisierung des tagesablaufes durch die kinder, natürlich, das käsebrot zu mittag, der viel zu kurze mittagsschlaf, das dazukuscheln und erfolglose aufstehenversuchen ... :)

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  2. Ein richtiger Tagebucheintrag ist das und ich finde es sehr schön, mal Einblick in den Alltag einer anderen Familie zu bekommen. Danke :) Auch die Bilder untermalen das alles richtig schön...!

    Glg
    Halitha

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  3. Schöne Bilder von euch, es klingt nach einem guten Tag voller verschiedener Sachen :)

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  4. Oh ist das schön, so ein Tag bei dir und man kann ein bisschen durchs Schlüsselloch linsen ;-)
    Hoffentlich geht es dir wieder besser!!
    Alles Liebe. maria

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  5. Da kommt mir schon das eine oder andere bekannt vor ; )
    Hausarbeiten & Kochen mache ich aber nach Möglichkeiten alleine, dann haben sie für mich etwas entspannendes, leicht meditatives. Mit Kindern ist dem nicht unbedingt so ; )
    So einen typischen Tag aufzeichnen muss ich auch mal versuchen!
    Grüße & habt ein shcönes Wochenende,
    Nike

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  6. Dein Sohn ist soooo süß!
    Mein Kleiner hilft mir auch immer beim Mittagessen (er ist aber schon 3 1/4 *heul*).
    Meine großen Kinder beschäftigen sich jetzt viel draußen mit den Nachbarskindern.
    Aber noch vor zwei, drei Jahren waren wir auch Dauergäste auf dem Spielplatz (bei fast jedem Wetter).
    LG Kathrin

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  7. Ach wie schön, einmal zu lesen, was bei Euch so passiert. Es ähnelt unserem Tag .. außer, dass mein Baby noch keinen Hocker schieben kann ;)

    Vielen Dank dafür!

    Liebste Grüße
    Sindy

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  8. Das hast Du schön geschrieben. Kommt mir auch alles sehr bekannt vor. Vor allem das Auto im ersten Foto. Schau mal:
    http://die-linkshaenderin.blogspot.de/2011/10/mama-tipp-kinderbesuch.html

    Liebe Grüße,
    Henriette

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