Mittwoch, 26. März 2014

MMM: Das kleine Dunkelblaue

Wer öfter bei mir mitliest, weiß, dass ich mir - nicht nur, aber auch angestoßen von Tessas Reihe - momentan viele Gedanken darüber mache (hier und hier zum Beispiel), wie der Inhalt meines Kleiderschranks aussehen soll, welche Teile ich eigentlich wirklich brauche und was ich in der nächsten Zeit so nähen möchte.
Gut zu kombinieren sollen die Sachen sein und möglichst vielfältig einsetzbar, am besten die meiste Zeit des Jahres über tragbar....
Ein schlichtes Jerseykleid mit ein paar schönen Details, in einer Farbe, die zu fast allen meinen Sachen passt, im Sommer einfach so zu tragen, bei kühleren Temperaturen im Lagenlook .... das war der Plan hinter diesem Kleid:


Der Schnitt stammt aus der neuesten Ottobre (2/14) und nennt sich "Tennessee". Die Technische Zeichnung hatte mir gleich sehr gut gefallen, vor allem die Taschen vorne und die angeschnittenen Ärmel fand ich interessant. (Sehr) dunkelblauen Jersey hatte ich auch noch, also hab ich gleich mal losgelegt. 
Bei der ersten Anprobe (zum Glück hatte ich erst das Oberteil genäht) kam dann die Ernüchterung. Da hat fast gar nichts gepasst, v.a. die Armausschnitte waren viieeel zu weit, da hätte man mir seitlich hineinsehen können bis mindestens zum Bauchnabel.... Also hab ich das Oberteil um vieles enger gemacht - jetzt sitzt es vielleicht fast ein bisschen knackig, aber ich finde, es ist noch ganz ok.
Beim Unterteil des Kleides hab ich nichts verändert, außer dass ich in der Länge ganze 10 cm weggenommen habe. 

Die Känguru-Beutel Taschen finde ich jetzt gar nicht mehr so toll. Sie klaffen ein bisschen auf und sind eigentlich unpraktisch, denn meine Hände stecke ich so weit vorne irgendwie nicht ein und auch sonst passt nichts so richtig hinein.

Leider ist mir auch die Ansatznaht - also die Stelle, an der der gekräuselte Rock an das Oberteil genäht wird - nicht so gut gelungen. Irgendwie steht das Unterteil dort - also gerade in Bauchhöhe - nicht gerade vorteilhaft ab (sieht man v.a. von der Seite). Das Problem hatte ich aber schon öfter, vielleicht mache ich ja was falsch beim Kräuseln? Gibt es da irgendwelche Tricks? Ich habe jedenfalls darauf geachtet, das Oberteil nicht mitzudehnen. Außerdem hab ich die beiden Kleid-Teile erst mit der normalen Maschine zusammengenäht und dann mit der Overlock versäubert (damit sich ja kein Fehler einschleicht, der dann nicht mehr rückgängig zu machen ist). Zum Schluss hab ich die Nahtzugaben auch noch von außen abgesteppt. Hm... 
Dabei hab ich dieses Mal - erstmals - Framilon-Band zum Kräuseln verwendet, weil ich es besonders schön machen wollte. (Normalerweise finde ich solchen Schnickschnack immer überflüssig (man kann ja auch ohne spezielles Zubehör kräuseln) und weigere mich erst einmal prinzipiell, wenn mir jemand ein bestimmtes Produkt so aufdrängt (gibt es irgendeinen Schnitt, bei dem die Ottobre kein Framilonband einnähen will?) ...)

Also, um meinem Geschwafel ein Ende zu setzen. Ganz optimal finde ich das Kleid noch nicht, aber wenn ich es als Probekleid gelten lasse, ist es schon ganz ok. Ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es nicht, irgendwie ist es für meine Verhältnisse auch fast ein bisschen zu elegant, aber durchaus tragbar - vor allem mit was drunter oder drüber.


In mein Farbschema passt das Kleid auf alle Fälle :-)
Vielleicht werde ich es noch einmal nähen, und auch den Rockteil etwas weniger weit zuschneiden bzw. weniger einkräuseln. Oder sollte ich es statt mit Kräuseln mal mit (Keller-)Falten probieren? Außerdem würde ich beim nächsten Mal Hüftpassentaschen dazubasteln.
Das Oberteil des Kleid gefällt mir aber so ganz gut, ich könnte mir auch vorstellen, es zu verlängern und mal als T-Shirt zu nähen.
Oder ich verlängere es gleich noch mehr und stelle es nach unten hin aus und mache gar keine Teilung zwischen Rockteil und Oberteil?

Tja, die Möglichkeiten sind vielfältig ;-), und ich werde sicher noch ein bisschen herumprobieren. Einstweilen sehe ich mich beim MeMadeMittwoch um, dort versammeln sich wieder ganz viele Frauen in selbstgemachter Kleidung. Bestimmt finde ich da noch ein paar Anregungen!