Donnerstag, 9. April 2015

Frühlingsjacke in Dunkelblau

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Es ist ja so eine Sache mit den Fotos. Und es ist ja so eine Sache mit den Jacken. Eine komplizierte Sache nämlich.
Was die Fotos angeht, würde ich ja am liebsten immer ganz tolle für den Blog machen, draußen natürlich, mit spannenden und immer anderen Hintergründen, in herrlicher Landschaft, mit Requisiten und aufgenommen bei besten Lichtverhältnissen.
Das schaffe ich aber nicht, denn die nackte Wahrheit ist, dass ich meinen Mann nötige, inmitten des Alltagschaos schnell Fotos von mir zu machen, während die Kinder streitend ständig ins Bild laufen. Hin und wieder ergibt sich die Möglichkeit, unterwegs Fotos zu machen, aber ich plane keinen Ausflug, nur, um dort Fotos zu machen, es gibt keine "Shootings" und die Wochenendplanung für die gesamte Familie soll nicht davon abhängen, welche Fotos von welchem selbstgenähten Kleidungsstück ich gerne hätte...
Also hab ich mich damit arrangiert, meine Fotos meistens in der Wohnung zu machen, und dabei eben auf möglichst gutes Wetter=Licht zu warten. Das ist aber auch nicht so leicht, denn die einzige freie weiße Wand in unserer Wohnung ist nur dann eine freie, halbwegs weiße Wand, wenn ich das Bett meines Sohnes verschiebe...
Dann hatte aber der Herzliebste eine Idee und hat mir im Arbeitszimmer über der Tür (die zwar auch weiß ist, aber spiegelt) eine Art Vorhangstange montiert. Daran kann ich jetzt bei Bedarf meinen total professionellen Fotohintergrund (= ein großes Stück weißer Stoff) befestigen und schon hab ich eine weiße Wand ;-)
Die Konstellation mussten wir am Wochenende mal ausprobieren. Es klappt! Nagut, das Licht war gar nicht gut (es hat geschneit!), meine Frisur ist recht sturmzerzaust und überhaupt sehe ich noch etwas schnupfennasig drein, aber: Grundsätzlich klappt es! - Ich habe ja überlegt, ob ich diese Probefotos überhaupt zeigen soll, aber ja, ich denke, Ihr könnt das verkraften! ;-)

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Meine selbstgenähten Jeans kennt Ihr schon von hier, das Streifen-Shirt hab ich in den Weihnachtsferien genäht (sitzt nicht perfekt, aber ich mag die Farbe/den Stoff sehr.)

Außerdem sollte es hier ja um Jacken gehen - oder um eine Jacke, vorerst.
Die Jacke hier ist über recht viele Umwege entstanden, aber jetzt mag ich sie sehr gerne. Geplant war sie als Ersatz für den Parka vom letzten Jahr, den ich zwar grundsätzlich gut finde, der sich für mich an mir aber einfach noch immer zu groß, zu weit und auch zu lang anfühlt, und den ich deshalb nicht gerne trage.

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Meinem Schnitt zugrunde liegt die Jacke Bijou. Spontankäufe sind ja normalerweise nicht so meins, aber diesen Jackenschnitt hatte ich mir ganz kurz entschlossen gekauft. Leider war ich mit dem Schnitt/der Anleitung/mit der Passform nicht zufrieden, weshalb ich dann begonnen habe, nach und nach alles für mich (!) anzupassen. Vom Originalschnitt sind nur noch die Abnäher im Vorderteil und Rückenteil, so wie ein Teil der Kapuze übrig. Die Ärmel und das Unterteil habe ich komplett neu konstruiert, insgesamt habe ich viel an Weite weggenommen und die Proportionen korrigiert. Die eigentlich spannenden, halbkreisförmigen Überlappungen an der Knopfleiste habe ich schlussendlich auch weggenommen und eine "normale" Knopfleiste genäht und die Jacke außerdem an Kapuze und Knopfleiste mit Belegen versehen, um sie sauber füttern zu können.

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 Insgesamt etwas viel Dunkelblau.... also vielleicht lieber ein bisschen Bein zeigen?

Genäht hab ich meine neue Jacke aus sehr dunkelblauem Leinen (oder Leinenmischstoff? - aus einem örtlichen Stoffgeschäft) für die Außenseite. Ich hatte auch noch einen besonders hübschen Baumwollstoff ("Indigo" von Moda, übers Stoffbüro, aber ich weiß nicht, ob es den jetzt noch gibt), der eigentlich mal für einen Rock bestimmt gewesen wäre - den habe ich als Futter verwendet und bin sehr glücklich damit. Die Ärmel sind aber mit so einem Flutschfutter gefüttert, das erleichtert das Anziehen dann doch, wenn auch nicht das Nähen...

Insgesamt bin ich also sehr zufrieden mit meiner Jacke - jetzt hoffe ich nur noch, dass es endlich frühlingshaft genug ist, sie ausgiebig zu tragen!
Zumindest bei RUMS spaziere ich heute damit schon mal vorbei.