Freitag, 8. Januar 2016

(Nicht) perfekt

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In meinem Stoffschrank stapeln sich sehr viele Reste, vor allem viele Jerseyreste. 
Sicher, ich versuche, aus den nicht ganz so kleinen Stücken Kinderkleidung zu nähen, und immer wieder finden sich auch kleinere Nähideen wie Mützen, Halswärmer etc., und für Applikationen kann man Reste auch brauchen. Trotzdem bleibt immer Stoff übrig, Stoff, aus dem man nichts "Richtiges" mehr nähen kann, Stoff, der mir aber auch viel zu schade ist zum Wegschmeißen. Endloses Horten macht allerdings auch nicht viel Sinn...

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Ich hatte also mal begonnen (das war vor knapp einem Jahr, denke ich), Reststücke aneinander zu fügen. Aus den vielen Jerseyresten, auch aus den kleinsten Stücken, die beim Zuschneiden so übrig bleiben, habe ich viele viele Quadrate zugeschnitten. 8 cm x 8 cm groß, sodass auch die wirklich kleinen Reste verwertet werden können. 

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Für die andere Seite der Decke habe ich etwas größere Reststücke, auch aus Webstoff, zu Streifen zusammengenäht, die ich dann wiederum zusammengefügt habe.

Weil ich für meine Restedecke kein neues Material kaufen wollte, habe ich als Zwischenschicht eine alte Fleecedecke benutzt, die wir mal als Babygeschenk bekommen hatten, die aber nicht soo schön war und hauptsächlich unbenutzt im Kasten gelegen ist. 
Zuerst hab ich also eine der gepatchworkten Seiten (die mit den größeren Resten) auf die Fleecedecke gesteppt; das hat noch ganz gut geklappt.

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Dann habe ich die Seite mit den vielen kleinen Quadraten auf die andere Seite gesteckt und angenäht - das hat dann nicht mehr so toll funktioniert. Irgendwie war das doch alles zu dick und zu schwer, meine Maschine hat ziemlich gestreikt, die Nähte (ich habe nur so viele wie unbedingt nötig gesetzt) sind doch sehr krumm und unregelmäßig geworden. Die drei Schichten sind nicht wirklich ordentlich miteinander verbunden, hier und da wellt es sich, und alles ist recht verzogen. (Mag am Jersey liegen, mag an meiner Ungenauigkeit und meinen mangelnden Quiltkünsten liegen...)
Trotzdem hab ich die Decke noch fertig gemacht und mit selbstgemachtem Schrägband - ebenfalls recht krumm - eingefasst.


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Das Ergebnis ist alles andere als perfekt genäht, sogar ziemlich stümperhaft, wenn man genauer hinsieht.

Aber eigentlich macht mir das nicht viel aus. Die Decke hat trotzdem ihren Platz auf unserem Sofa bekommen und ist sehr gemütlich und sehr warm. Außerdem sind alle meine Lieblingsfarben und viele meiner Lieblingsstoffe in dieser Decke vereint, und so ein Stück aus Resten rägt immer viele Erinnerungen und Geschichten in sich. 

Also, liebe verwurschtelte Decke, ich mag Dich trotzdem :-)

Kommentare:

  1. Liebe Steffi,

    ich habe auch so eine Wursteldecke. Deine sieht so gemütlich und weich aus mit all den Jersey-Stückchen - ich verstehe gut, dass Du sie so magst.

    Lieben Gruß
    Marlene
    (P.S.: Ja, ich bins... ich bin "wieder da"... ;-) )

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  2. Die Decke sieht so toll aus. Bei so vielen wunderschönen Stoffen und so tollen Farbschattierungen bin ich nicht in der Lage, irgendwelche Fehler zu erkennen ;-) Ich sehe einfach nur diese Traumfarben und traumhaften Muster und denke wunderwunderschön :-) Und die Idee ist wirklich toll. Vielleicht werde ich das auch mal irgendwann aus all meinen Resten machen ...

    Liebe Grüße
    Kristina

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  3. Du hast meinen größten Respekt, dass du es wirklich durchgezogen und die Decke genäht hast. Meine Restekiste quill auch über und ich nehme mir immer wieder ein Patchworkprojekt vor. Wenn ich allerdings nur an den Zuschnitt denke, dann scheitert es gedanklich schon daran.
    Dein Ergebnis ist wunderschön geworden (wen stört es denn, dass sie vielleicht ein bisschen wurschtelig ist?)! Ich finde sie toll und sie motiviert auch mich, dass ich endlich mal anfange! Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Charlie

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    1. Zwischendurch hab ich die kleinen Quadrate auch immer wieder verflucht... ;-)

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  4. Liebe Steffi,

    ich finde deinen Quilt sehr schön! Das ist echt toll, sich in so viele Stoffe mit Erinnerung zu kuscheln!

    Ich verstehe aber auch, wenn du nicht ganz zufrieden damit bist! Du bist ja sonst immer soo genau und wenn dann mal was nicht so klappt, wie gewünscht, ärgert man sich. Ich kenn das auch! Ich denke auch, dass es einerseits am Jersey liegt, dehnbare Materialien erschweren das Quilten ungemein. Andererseits kann ich dir einen wasserlöslichen Sprühkleber empfehlen. Den sprühst du auf die Fleecedecke/das Vlies auf und klebst eine Seite damit fest. Dann sprühst du den Kleber auf die zweite Seite und klebst die zweite Seite fest. Dann kannst du ziemlich gut, ohne verrutschen (jedenfalls bei Webstoffen) alle Schichten quilten und so miteinander verbinden. Vorausgesetzt, deine Nähmaschine macht mit! Aber normalerweise klappt das so sehr gut und dein nächster Quilt wird dann noch hübscher :-)

    Viele liebe Grüße, Selina

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    1. Danke für den Tipp mit dem Sprühkleber!
      Wenn ich noch öfter quilte (schön wär's ja), sollte ich mich wohl besser ausstatten und nicht nur so drauflosimprovisieren... :-)

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  5. Liebe Steffi,
    ich finde die Decke auch sehr sehr schön! Der Mops hat auch eine Patchworkdecke, die ich während der Schwangerschaft genäht hab. Eine Seite Webware, eine Seite Fleece. Wahrscheinlich auch nicht die beste Wahl für einen Patchworkneuling und auch wahrhaft gekruschelt und krumpelig. Aber sie wird hier über alles geliebt. Und das ist doch das allerwichtigste, oder!?
    Ich wünsche dir eine schöne, kuschelige Zeit mit deiner neuen Decke und dir und deinen Lieben ein wunderbares neues Jahr!
    Liebe Grüße, Lena

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  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  7. Die Decke ist soooo toll geworden! Farben passen super zusammen. Bei meinen Reststücken wäre das leider ein ziemliches Chaos. Und dass sie nicht perfekt ist kann man auf den Bildern zumindest nicht erkennen! Ich finde aber das geht bei so einem stoffmix eh unter und fällt nicht weiter auf...
    Echt schön geworden :)
    Liebe grüße
    Rebecca

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  8. Die Decke ist soooo toll geworden! Farben passen super zusammen. Bei meinen Reststücken wäre das leider ein ziemliches Chaos. Und dass sie nicht perfekt ist kann man auf den Bildern zumindest nicht erkennen! Ich finde aber das geht bei so einem stoffmix eh unter und fällt nicht weiter auf...
    Echt schön geworden :)
    Liebe grüße
    Rebecca

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  9. Also der Decke sieht man es auf den Fotos jedenfall überhaupt nicht an, dass sie ungenau genäht ist. Ich finde sie wunderschön und würde so gerne auch mal eine solche Decke nähen. Ich glaube ich muss das einfach mal ausprobieren, statt es immer vor mir herzuschieben ;-) Stoffreste sammeln sich hier nämlich auch mehr als genug!!!

    LG,
    Kerstin

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  10. Ganz egal, ob schiefe Nähte oder hier&da bisl verzogen - deine Decke ist definitv ein Herzstück!
    Und du kannst mächtig zufrieden mit dir sein.

    Schönes Kuscheln in Decke gehüllt mit einer Tasse Tee in der Hand wünsche ich dir,
    Barbara

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  11. Also mir gefällt sie deine Decke, sehr sogar! Verrätst du mir ob du die Jerseyreste "einfach so" aneinander genäht hast oder aufgebügelt oder ... LG Ingrid

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    1. "Einfach so" aneinander genäht, mit der Overlock...

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  12. mögen, was geworden ist – das ist neben dem machenmögen das einzige, was letztlich wichtig ist beim machen. sie sieht einfach klasse aus.

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  13. Oh ja, die ist wirklich schön.
    Ich wünsche Euch viel Spaß beim Kuscheln!

    Liebe Grüße,
    Henriette

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  14. Also.. Mir gefällt die Decke auch sehr! Ein gutes Gefühl für Farben hast du. Es sieht nicht einfach bunt aus, sondern sehr harmonisch. Und ein wenig schief und krumm sind Pachworkdecken fast immer.(obwohl man es auf den Fotos nicht sieht) Lässt sich wohl nicht vermeiden bei so vielen Stoffstückchen.

    Im Patchwork setzen wir Decken folgendendermaßen zusammen:
    Alle drei Lagen auf einander legen. Man kann sie mit Malerkrepp an der Unterlage festkleben, dann verrutscht nichts. Dann die drei Schichten zusammenheften. Entweder tatsächlich mit großen Stichen mit Heftgarn oder mit Sicherheitsnadeln (die bekommt man mit Hilfe eines Löffels gut zu). Dann aus der Mitte heraus Quilten mit der Maschine (große Stichlänge /Quiltfuß oder mit dem Stickfüßchen und abgeschalteten Transport für runde freie Muster) oder mit der Hand. Oder, und das sieht wirklich toll aus bei Karodecken: Mit Handstickgarn einen Knoten an jede Ecke setzen, dabei von der guten Seite aus einmal durch alle Lagen wieder hoch, Doppelknoten machen und abschneiden, die Fäden bleiben ca 1 cm lang stehen Das lässt die Decke sehr plastisch wirken.
    Wenn fertig gequiltet ist, die Ränder begradigten und mit einem doppelt gelegten Stoffstreifen versäubern (kannst du googlen unter Binding)


    Liebe Grüße
    Sybille

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    1. Vielen Dank für Deine Tipps!
      Bei der nächsten Decke sollte ich das mal beherzigen, anstatt nur schnell schnell zu improvisieren... ;-)

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  15. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  16. Liebe Steffi, mir gefällt deine Decke sehr. Ich mag es, wenn Stoffe eine Geschichte erzählen. Deine Idee Jerseyreste so zu verwerten, gefällt mir sehr. Vielleicht komme ich auch mal dazu meine Reste durchzusehen. Du hast mich in jedem fall motiviert. :-)
    Liebe Grüße Anni

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  17. Schaut seeehr gemütlich aus und die Stoffe miteinander sind eine Augenweide. Die kleinen Reste rufen immer Erinnerungen an genähte Stücke wach. Viel Spaß damit!
    Regina

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  18. Liebe Steffi,
    die ist wunderschön! Ich glaube nicht dass irgendjemand noch auf die Nähte guckt bei der Stoffpracht! Und klar mit so viel blau...ich bin verliebt! Übrigens sammle ich auch Reste für eine Decke, mal sehen wann ich genug habe...
    Liebe Grüße,
    Lee

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  19. Sie ist wunderbar geworden! Macht sicher Spaß, eingekuschelt auf der Couch die verschiedenen Stoffe anzuschauen und anzufassen...
    Vielleicht könntest Du, falls das überhaupt noch nötig ist, die einzelnen Sichten mit einigen Handnähten mit langen Stichen aus Stickgarn verbinden?

    Liebe Grüße! Mond

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  20. Ich finde deine Decke und ihre Farben auch toll. Du hast ja in den Kommentaren auch schon viele super sachdienliche Hinweise zum Quilten bekommen, deshalb möchte ich nur noch ergänzen:
    - die overlocknähte sind zum quilten viel zu dick und würden auch meiner Maschine Probleme bereiten
    - eine Oberstofftransport hilft beim (geraden) Zusammenfügen unterschiedlich beschaffner Lagen ungemein (schiebt den Jersey nämlich nicht vor dich her)
    - und ohne Heften/kleben/Stecknadel heften von innen nach außen kann man beim besten Willen keine drei Lagen unfallfrei verbinden
    Patchwork und quilten brauch Musse und Zeit. Nimm sie dir und genieß es, dann wird die Resteverarbeitung zum Yoga! Viel Spaß dabei! Lieben Gruß,
    Anja

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    1. Danke für Deine Hinweise!
      Und ich habe eh alles säuberlich aufeinandergesteckt und auch von innen nach außen genäht...
      Beim nächsten Mal wird's besser! :-)

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  21. Liebe Steffi, für mich sieht die Decke auf den Fotos alles andere als stümperhaft aus! Vielleicht sind wir bei unseren Nähwerken immer etwas zu kritisch? Ich finde sie ganz toll! Die Idee habe ich auch schon, aber leider hat es bisher an der Umsetzung gefehlt. Ich habe den Kindern schon aus Jerseyresten Kissen genäht und sie lieben sie so. Da wäre noch eine Decke sehr passend.
    Nehme ich mir mal als Inspiration für dieses Jahr vor!
    Ganz liebe Grüße
    Johy

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  22. Ich mag deine Decke sehr! So viele schöne Blau-Töne... Irgendwann wage ich mich auch mal an die Resteabteilung meines Stoffregals. ;-)

    Lieber Gruß
    Steffi

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  23. Die Decke ist total toll. Ich mag sehr die runden Ecken....werde ich für meine Decke auch so machen.

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  24. Die Decke ist total toll. Ich mag sehr die runden Ecken....werde ich für meine Decke auch so machen.

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  25. Ich finde die Decke toll!!! Da werde ich gleich mal meine Restekiste durchwühlen.
    Schön gemacht!
    Lieben Gruß
    dani

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  26. Die Decke ist wunderschön geworden (irgendwie habe ich sie heute erst entdeckt)!
    ❤️
    Eine selbstgenähte Decke ist einfach immer etwas besonderes. Auch mit den ganzen Fehlern. Meine Jahresdecke ist alles andere als perfekt - und noch nicht mal fertig - aber sie ist eines der wenigen Projekte, die ich quasi täglich benutze und mich immer wieder an ihr erfreue!

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Schön, dass Du mir etwas sagen willst! Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar!