Donnerstag, 21. April 2016

Jamie Jeans

Ich brauche dringend Hosen. Also näh ich mir welche ;-) - oder versuche es zumindest.

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Ich wollte schon fast den Schnitt für die vielgerühmten Ginger-Jeans kaufen, da bin ich zufällig auf die Jamie Jeans von Named gestoßen. Der Schnitt hat mir mit seinem Details - die Teilungsnaht im vorderen Bein, die Vordertaschen und die geteilten Potaschen - gleich sehr gut gefallen.

Das Nähen ist bei so einer Hose - mit all den Absteppungen - recht aufwändig, ging aber ganz problemlos. Endlich, endlich hab ich auch verstanden, wie die Schrittnaht richtig gemacht und wie der Reißverschluss eingenäht wird. Ist eigentlich ganz einfach! Bei meinen bisherigen Hosen (nach Ottobre-Schnitt) hab ich das zwar auch immer irgendwie hingekriegt, aber diesmal ist es viel besser geworden. Näh-Methode und Anleitung in der Ottobre können da nicht ganz mithalten...

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Ich habe die kleinste Größe genäht und relativ wenige Änderungen gemacht. An den Oberschenkeln und am Knie musste ich einiges an Weite herausnehmen, und wie immer musste ich das Hosenbein ein paar cm kürzen. Ganz toll finde ich aber, dass der Bund auf Anhieb super gepasst hat - bei meinen bisherigen Hosen-Näh-Versuchen musste ich immer starke hohlkreuzbedingte Änderungen machen; meistens rutscht der Bund beim Tragen immer noch. Diese Hose sitzt am Bund aber wirklich gut.

Leider, leider wirft sie aber, vor allem vorne im Schritt, ziemliche Falten. Von hinten finde ich's ok, aber vorne stört es mich schon ein bisschen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass mir die Falten erst auf den Fotos aufgefallen sind, im Spiegel fand ich es nicht so schlimm. Der Herzliebste meint ja, in Bewegung würde das gar nicht auffallen. Und Jeans ganz ohne Falten gibt es wohl nicht - zumindest, wenn man sich darin noch bewegen will. Ich werde die Hose auf jeden Fall trotzdem tragen, aber beim nächsten Mal würde ich versuchen, die Falten vorne wegzukriegen. Das nächste Mal - ja - denn ich glaube, ich kann die Jamie Jeans durchaus als Grundlage für weitere Hosen-Experimente heranziehen.

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Den schwarzblauen Jeansstoff hab ich in einem Stoffgeschäft vor Ort gekauft, er war recht günstig und daher für ein Probemodell ideal. Er hat einen leichten Stretch-Anteil, wieviel genau, weiß ich leider nicht, aber ich schätze, auf keinen Fall mehr als 5%. Bei den nächsten Jeans würde ich wieder in hochwertigeren Denim investieren, aber so einen Bio-Stoff für 30-40€/m wollte ich zum Testen auch nicht anschneiden....
Die Absteppungen hab ich mit normalem Nähgarn und dem Dreifachstretchstich gemacht. Das hat gut funktioniert; bei dickem Jeansteppgarn fängt meine Maschine nämlich immer an, zu spinnen...

Ich dreh heute eine Runde bei RUMS. Mal sehen, welche Hosen noch so genäht werden. Einen Chino-Schnitt hab ich ja schon mal ausgedruckt...