Donnerstag, 12. März 2015

Beinkleid in blau

Beim Spaziergang am Wochenende war nicht nur das Wetter sehr einladend, ich hatte auch endlich mal wieder die Kamera dabei (und einen Fotografen). Also nehme ich die heutige RUMS-Runde zum Anlass, mal wieder von meinen Erfahrungen zum Thema Hosen-Nähen zu berichten.

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Diese Jeans trage ich wirklich sehr oft. Genäht habe ich sie schon vor ca. zwei Monaten, ich kann also durchaus bestätigen, dass sie sich bewährt haben.
Dabei sind sie eigentlich gar nicht wirklich "perfekt". Wie man auf den Fotos wohl erkennen kann, sitzt die Hose zwar schon ziemlich gut, ich merke aber, vor allem beim Sitzen, dass irgendwas nicht ganz stimmt - da rutscht die Hose nämlich nach unten. Ich glaube gar nicht unbedingt, dass die Bundweite falsch ist (enger sollte es eigentlich nicht mehr werden), eher glaube ich, dass die Schrittnaht zu lang sein könnte? Das sind aber alles nur sehr sehr vage Vermutungen...
 
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Genäht hab ich die Jeans nach dem Schnitt "Black Magic" aus der Ottobre 5/14, den ich bereits anhand dieser Hose getestet hatte. Diese erste Hose hat den Alltagstest leider nicht bestanden, der Stoff ist viel zu elastisch und gibt beim Tragen extrem nach, sodass die Hose furchtbar ausbeult und sich die Hosenbeine außerdem ganz gräßlich nach oben schieben.... Außerdem sitzt der Bund nicht ganz richtig und ist immer weiter ausgeleiert...
Zwischen dieser im Nachhinein als missglückt zu betrachtenden Hose und den heute gezeigten Jeans liegt noch ein weiteres Exemplar aus grauem Jeansstoff (z.B. hier ein bisschen zu sehen). Hier hatte ich einige Anpassungen am Hosenbund und im Gesäßbereich gemacht (die jetzt zu beschreiben, ist schwer, aber zusammengefasst habe ich einfach alles sehr viel enger gemacht), wonach die Hose schon sehr viel besser gepasst hat. Leider ist mir der Reißverschlussschlitz nicht so gut gelungen und auch der Bund sieht nach mehrmaligem Auftrennen nicht mehr soo toll aus, aber auch die graue Hose ist durchaus tragbar; ich ziehe eben immer längere Oberteile dazu an.

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Was ich gelernt habe, ist auf jeden Fall, dass sich (jedenfalls für diese Art von eng anliegenden Hosen) ein Stoff mit einem gar nicht allzu hohen Elasthan-Anteil am besten eignet - ansonsten näht man sich ein Schlabberteil.
Der dunkelblaue Denim - ein ganz großartiger Stoff, tolle, eher dickere Bio-Qualität und sehr schöne Farbe (ich habe mich lange nicht getraut, ihn anzuschneiden) - den ich hier verwendet habe, hat einen Elasthan-Anteil von 2% (der Stoff der grauen Hose gar nur einen Elastah-Anteil von 1%). (In der Ottobre wird für diesen Schnitt übrigens ein Stoff mit einem Elastahn-Anteil von 10% (!) angegeben...)

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Weitere Erkenntnis: Das Hosennähen ist gar nicht soo schwer!
Während der letzten 1-2 Jahre hat es sich - ohne, dass ich es konkret geplant hätte - so ergeben, dass ich bis auf ein paar Ausnahmen meine gesamte Kleidung selber nähe (und zwar mit großer Freude!). Ans Hosennähen hatte ich mich aber lange nicht herangetraut - Warum eigentlich?
Als frische/r NähanfängerIn würde ich mich vielleicht nicht gleich an eine Hose mit vielen Details und Reißverschluss wagen, und mal schnell an einem Abend ist so ein Stück auch nicht genäht, aber es zahlt sich aus, das Hosennähen mal auszuprobieren! Die Herausforderung anzunehmen, hat mir jedenfalls Spaß gemacht!
Außerdem freue ich mich, dass ich jetzt eine vergleichsweise gut sitzende Hose in Bio-Qualität habe, von der ich ganz genau weiß, unter welchen Arbeitsbedingungen sie entstanden ist (natürlich trifft das nur aufs Nähen zu, nicht auf die Herstellung des Stoffs, aber der GOTS-Zertifizierung möchte ich doch einigermaßen vertrauen - selber Baumwolle anbauen und Stoffe weben kann ich leider nicht...).

Also: Ich bleibe dran an den Hosen, und für den Sommer möchte ich mich dann noch an Shorts wagen...